Effektiver Jahreszins – wie unterscheidet er sich vom Nominalzins
Sowohl im Anlagebereich als auch im Finanzierungsbereich werden Zinsen zum einen als Nominalzins und zum anderen als Effektivzins angegeben. Dabei gibt es hinsichtlich der Kosten und Vergleichbarkeit von Kreditangeboten zum Teil sehr große Unterschiede zwischen diesen beiden Zinsarten. Grundsätzlich ist zunächst festzuhalten, dass man im Rahmen eines Vergleich zwischen verschiedenen Angeboten gerade im Darlehensbereich immer den Effektivzins zu Rate ziehen sollte, da der Nominalzins deutlich weniger aussagekräftig ist. Der große Unterschied zwischen Nominalzins und Effektivzins besteht darin, dass der Nominalzins lediglich die Höhe der Zinsen bzw. des Zinssatzes nennt, den der Kreditnehmer bezüglich eines Darlehens für die in Anspruch genommene Kreditsumme zahlen muss. Im Effektivzins sind hingegen auch alle weiteren Kosten und Gebühren enthalten, die in Zusammenhang mit der Kreditaufnahme stehen.
Zu diesen Kosten zählen zum Beispiel Bearbeitungs- und Abschlussgebühren, die natürlich die effektiv zu zahlenden Zinsen erhöhen, da die Bearbeitungsgebühren in der Regel auf die Kreditsumme „aufgeschlagen“ werden und somit die Kreditkosten dadurch erhöhen. Ein wichtiger Teil der Effektivzins-Angabe ist auch die so genannte Tilgungsverrechnung. Auch in diesem Fall berücksichtigt nur der Effektivzins und nicht der Nominalzins diesen Aspekt. Bei Ratenkrediten ist der Effektivzins zum Beispiel fast immer deutlich höher als der Nominalzins. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass keine Tilgungsverrechnung stattfindet. Die zu zahlenden Zinsen werden stets von der ursprünglichen Darlehenssumme berechnet, auch wenn der Kredit unter Umständen bereits zur Hälfte getilgt wurde. Man zahlt also effektiv einen höheren Zinssatz, weil von der Ursprungs-Kreditsumme gerechnet, als man eigentlich nominal vom Restschuldbetrag würde. Somit kann es durchaus in der Praxis vorkommen, dass ein Kre dit mit einem Nominalzins von jährlich vier Prozent beworben wird, der Effektivzins dann aber bei 6,9 Prozent liegt.
[...] wird, ist es relativ einfach, zu berechnen, ob sich die Umschuldung lohnt oder nicht. Liegen die Effektivzinsen für das potentielle “Neudarlehen” deutlich unter denen für den bestehenden Kredit, [...]